Führung in kleineren Unternehmen

Lieben dich deine Mitarbeiter?

Früher kam auf diese Frage häufig die Antwort, meine Mitarbeiter sollen mich nicht lieben, sondern fürchten – ich bin der Boss!

 

 

Diese Zeiten sind in vielen Unternehmen heute zum Glück vorbei, über die Dinosaurier, die es immer noch nicht begriffen haben, schreibe ich hier einfach nicht. Die werden eh irgendwann verschwunden sein.

 

 

Viele Vorgesetzte haben Angst, dass ihre Mitarbeiter nicht mehr so gut arbeiten, faul werden, sich „Dinge“ rausnehmen, weil sie freundlich und umgänglich sind. Woran liegt das?

 

 

Kann denn ein Chef, eine Chefin, nicht freundlich und trotzdem konsequent sein? Ich bin sicher, dass eine konsequente, freundliche Führung möglich und wichtig ist.

 

Wenn meine Mitarbeiter Grenzen überschreiten, kann es sein, dass ich keine gesetzt habe? Wenn meine Mitarbeiter tun, was sie wollen, kann es sein, dass keine Konsequenzen folgen?

 

 

Wenn wir als Chefin, als Chef, Angst haben, dass Mitarbeiter kündigen, nur, weil wir konsequent handeln, sind es die falschen Mitarbeiter, oder wir haben über einen längeren Zeitraum völlig falsche Signale gesendet. Wenn wir klar kommunizieren wohin wir wollen, können wir verschiedene Wege gehen. Ohne Angabe des Ziels, ist es kaum möglich da anzukommen, wohin wir wirklich wollen.

 

Führung

Was bedeutet denn Führung eigentlich? Das Internet sagt in der einfachsten Form, Führung ist verantwortliches Leiten.

 

 

Nun gibt es sicherlich einige Unterschiede, ob ich Inhaber eines kleineren Unternehmens bin und meine Mitarbeiter führe, oder ob ich als Führungskraft in der Managementebene eines Unternehmens zuhause bin. Ich möchte mich in diesem Beitrag eher den Erstgenannten widmen, den Selbständigen und Unternehmern mit einigen Mitarbeitern. In diesem Bereich durfte ich sowohl als Unternehmerin, als auch als Mitarbeiterin meine Erfahrungen sammeln.

 

Bist du ein guter Leader für dein Team?

Unterstützt du deine Mitarbeiter, ihre Größe, ihre Talente zu entdecken und zu entwickeln?

 

 

Oder ganz im Gegenteil, hast du Angst, dass deine Mitarbeiter besser werden als du? Woran liegt das?

 

 

Hast du schon mal die glänzenden, leuchtenden Augen deiner Mitarbeiter gesehen, wenn sie genau das tun, was sie lieben. Wenn sie das tun, wo sie richtig gut sind? Ja ich weiß, auch heute gibt es noch häufig die Meinung, wir müssen unsere Arbeit nicht lieben, doch warum ist das so? Ich möchte meine Arbeit lieben, klar gibt es mal einen weniger guten Tag, doch ich will in der Regel am Morgen aufstehen und lachend in den Tag gehen, weil ich mich auf meinen Job freue.

 

 

Ich kenne Betriebe, da machen die Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift. Pünktliches Erscheinen, halbwegs höflicher Umgang mit den Kunden, so wenig Fehler wie möglich, pünktlicher Feierabend. Ist es verwunderlich, dass in diesem Unternehmen die Fluktuation sehr hoch ist?

 

 

Wie schön wäre es, wenn der Chef, die Chefin, anstatt sich nur jammernd und klagend über die viele Arbeit und das permanent wechselnde Personal zu äußern, stattdessen froh über eine stetig steigende Zufriedenheit der Mitarbeiter und somit auch der Kunden wäre? Wie würde das Unternehmen sich entwickeln, wenn die Chefin klare Position beziehen würde und ihre Mitarbeiter bei Sorgen und Problemen im Unternehmen unterstützen würde, anstatt nur anzumerken, da kann ich ja auch nichts ändern, das ist schon lange so.

 

 

Der Gedanke, Mindestlohn zahlen, keine Weiterentwicklung, weil die Mitarbeiter kündigen eh bald wieder, das bewahrheitet sich in der Regel tatsächlich. Wir bekommen was wir denken.

 

 

Was wenn ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin im Team als Motivationsgrab für die meisten Team-Mitglieder wirkt, sollte eine/r Vorgesetze/r sich dem Problem annehmen, oder besser wegschauen, weil dieses Motivationsgrab ansonsten ganz gute Arbeit macht?

 

 

Was für einen Eindruck vermittelt ein Chef, wenn einige Mitarbeiter mit ständig wechselnden Ausreden, warum sie nicht zuverlässig, pünktlich, kundenorientiert und teamfähig sind, durchkommen? Wenn die Antwort auf die Fragen der anderen ist, diese/r Mitarbeiter/in ist schon so lange dabei, es wäre unfair ihn/sie zu entlassen?

 

Ich finde es unfair allen anderen gegenüber, wenn Einzelne ihr persönliches Ego ausleben können und es einfach keine Konsequenzen für sie hat. Das wirkt demotivierend auf den Rest der Mitarbeiter und schadet somit dem Unternehmen.

 

Unterschiede im Team fördern

Menschen sind unterschiedlich, haben verschiedene Charaktere und unterschiedliche Einstellungen, haben ein unterschiedliches Leben gelebt und jeder hat für sich besondere Fähigkeiten und auch Tätigkeiten, die sie besser weniger ausführen sollten.

 

Wir alle können vieles so richtig gut, häufig macht uns auch genau das sehr viel Spaß, das machen wir gerne und immer öfter, was wir sehr oft wiederholen, wird immer besser bei uns. Dann könnte man doch glatt auf die Idee kommen, dass in ein gutes Team verschiedene Typen gehören, oder?

 

 

In einem Betrieb brauchen wir ZDF, Menschen die Zahlen, Daten und Fakten lieben und darin aufgehen, sich den ganzen Tag produktiv damit zu beschäftigen. Wir benötigen kommunikative Mitarbeiter, die es lieben, mit den Kunden zu agieren, die Dienstleister sind. Wir brauchen Team-Mitglieder die einfach weg arbeiten und fleißig sind, Zuverlässigkeit und Struktur sind auch nicht unwichtig.

 

 

Und wir benötigen dringend das Bindeglied zwischen die verschiedenen Menschen, vermittelnd, ausgleichend, motivierend und gleichzeitig führend. Einen wirklichen Leader, wenn du das nicht kannst lieber Chef, liebe Chefin, stell dir so ein Wesen ein, es wird Wunder wirken.

 

 

Nun noch einmal zu einem sehr wichtigen Kriterium für ein gutes und harmonisches Team, für ein erfolgreiches Team. Förster/ Kreuz sagen hierzu, Sicherheit ist dieses Kriterium. Die Mitglieder eines Teams möchten sich im Unternehmen sicher fühlen. Im Umgang miteinander, keine Befürchtungen haben, bei Nachfragen und Einsprüchen als ignorant, inkompetent oder negativ empfunden zu werden, fühlen sich nicht be- oder verurteilt, egal was sie sagen.

 

 

Das kann ich sehr gut nachempfinden, nur wenn diese Sicherheit im Team und dem Leader gegenüber vorhanden ist, wenn jede Frage als konstruktiv wahrgenommen wird, stellen wir unsere Ideen vor, wir legen nicht jedes Wort auf die Goldwaage, wir haben keine Angst.

 

 

Das macht ein Team kreativ, innovativ und vor allem mutig.

 

 

Als Führungskraft können wir noch so gut sein, Kuschelkurs, Konsequenz, ansprechbar und Lösungsorientiert für Mitarbeiterprobleme, faire Bezahlung, Bereitschaft zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter und des Teams, Kundenorientiert….

 

Nicht jeder Mitarbeiter passt in jedes Unternehmen

Es gibt Mitarbeiter die erwarten eine strikte Führung, oder sie wollen keine Eigeninitiative entwickeln, manche arbeiten mit einer freizeitorientierten Schonhaltung, andere verbreiten Unfrieden, es gibt viele Menschen-Typen, die vielleicht nicht zu uns passen.

 

Um diese, für unser Unternehmen, nicht geeigneten Mitarbeiter zu erkennen, hilft ein klares Ziel für das Unternehmen, wo wollen wir gemeinsam hin? Wie soll der Weg aussehen? Welche Mitarbeiter passen zu uns? Wenn wir uns darüber im Klaren sind, hilft nur reden und am besten ausprobieren. Weder dem Mitarbeiter noch dem Unternehmen ist geholfen, wenn wir nicht zusammenpassen. Das macht unzufrieden, blockiert das Wachstum und ist ein „Erfolgsverhinderer“ für beide Seiten.

 

Ein gutes Zeugnis sagt nicht sehr viel über den Bewerber aus, Noten sind keine Beurteilung über den Menschen und seine Handlungen, Zeugnisse anderer Betriebe sind in der Regel aufgrund der Gesetzeslage für diese, nicht aussagekräftig.

 

Geht mit dem Bewerber etwas essen, unterhaltet euch mit ihm oder ihr, wenn die Chemie passt, arbeitet einige Tage miteinander. Das gilt nicht nur für neue Mitarbeiter in der Führungsetage. Alles was wir unterlassen, um einen möglichen neuen Mitarbeiter kennenzulernen, kostet uns wertvolle Zeit und Geld.

 

 

In den Schuhen des anderen

Denkt doch einfach mal darüber nach, was würde euch gut gefallen, wenn ihr einen neuen Job sucht? Was wäre euch wichtig beim Gespräch, was wollt ihr hören, wie würdet ihr gerne behandelt werden, wie wollt ihr euch fühlen?

 

 

Es gibt den Spruch, „was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“. Vielleicht können wir für bessere Teams, für zufriedenere Mitarbeiter, für bessere Chefs und mehr gemeinsamen Erfolg, diesen Spruch umwandeln:

 

 

Liebe Chefs, wenn ihr in Zukunft zufriedener mit eurem Unternehmen sein wollt, euch in der Rolle des Chefs gut fühlen wollt, tolle und gute Mitarbeiter beschäftigen wollt und die besten Kunden der Welt braucht, dann denkt einfach darüber nach, was für einen Chef ihr gerne hättet, welches Arbeitsklima für euch in der Rolle des Mitarbeiters förderlich wäre und in welches Unternehmen ihr, als Mitarbeiter, gerne jeden Tag zur Arbeit gehen würdet.

 

Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr euch selber gegenüber auch ehrlich dabei seid😊

 

 

Lauft in den Schuhen des anderen, ein Perspektivwechsel tut uns in der Regel sehr gut und schafft Klarheit und Einsicht.

 

 

Lebenslanges Lernen, auch als Führungskraft und Inhaber eines Unternehmens, besser gesagt, gerade dann. Fördert die Entwicklung eurer Mitarbeiter und fördert eure persönliche Entwicklung.

 

Für eure Firmen, eure Mitarbeiter und uns alle.

 

 

Sicher könnte man zu diesem Thema viel mehr sagen und schreiben, viel tiefer gehen.

Denkt euch einfach euren Teil. Wenn der Text euer Nachdenken fördert und vielleicht der ein oder andere Impuls dabei ist, wäre ich glücklich.

 

Herzliche Grüße

Ina Hacheney