Was ist die Midlife-Crisis?

Wikipedia sagt: Mit dem Begriff Midlife-Crisis (engl. für „Lebensmittekrise“) meint man einen psychischen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt von etwa 40, 45 bis Anfang 50 Jahren.

 

Für mich ist die Midlife-Crisis eine Krise, wie viele andere auch, sie findet halt nur ungefähr in der Mitte unseres Lebens statt und trennt die Kindheit, Jugend und junge Erwachsenenzeit von der reiferen Erwachsenenzeit. Viele der Menschen, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, haben mir erzählt, dass sie ab ca. Ende 30 wesentlich reflektierter sind, sich nach dem Sinn ihres Lebens und ihres Tuns fragen.

 

Bisher erreichte Ziele und Erfolge und auch die nicht erreichten Ziele und Erfolge werden auf die Waage gelegt und es erfolgt ein Resümee über das bisherige Leben. Dieses „Ereignis“ nennt man Midlife-Crisis, da diese Rückschau auf das bisherige Leben nicht immer positiv ausfällt und somit häufig in einer Krise endet.

 

Wie kommt es, dass so viele Menschen mit dem Gefühl, nicht genug geschafft zu haben, auf ihr bisheriges Leben schauen?

 

  • Kann es sein, dass wir uns zu viel mit anderen vergleichen?

 

  • Ist unser „höher-, schneller-, weiter-Gen“ dafür verantwortlich?

 

  • Oder liegt es daran, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt große Angst vor Veränderungen hatten und somit auch vor Entscheidungen? Ohne eine getroffene Entscheidung passiert in der Regel nichts oder zumindest nicht das, was wir wünschen.

 

Eigentlich haben wir eine tolle Familie, Kinder, Haus, Auto, Freunde, Job und vieles mehr, trotzdem kommt häufig die Unzufriedenheit in dieser Phase mit Macht auf uns zu und lässt uns hilflos und ratlos zurück.

 

In meinem Leben hat zuerst mein Partner sein Resümee gezogen, der typische Satz: „das kann doch nicht alles gewesen sein“, hat mein Leben völlig aus der Bahn geworfen und damit war ich gezwungen eine andere Richtung eingeschlagen.

 

Die deutlichen Zeichen dieser Zeit waren unglaubliche Veränderungen, sowohl persönlich, als auch beruflich.

 

Aus einer zufriedenen Ehefrau und Mutter, einer beginnenden Selbständigkeit, einem großen Freundeskreis, mit schönem Zuhause, regelmäßigen Familienurlauben, wurde plötzlich von heute auf morgen eine zerrissene und völlig unsichere Frau.

 

So wie unsere Ehe zerbrach, zerbrach mein Selbstbewusstsein, ich fühlte mich plötzlich alleine und hilflos. Mein geliebter Partner im Leben war nicht mehr an meiner Seite, ich konnte es einfach nicht verstehen – WARUM? So etwas passiert nur anderen, nicht mir!

 

Das war tragisch und am Anfang für mich kaum auszuhalten. Doch durch dieses erste Erlebnis mit der sogenannten Midlife-Crisis, kam ein Teil meines ICH wieder zum Vorschein, den ich bereits völlig vergessen hatte. Dieses ICH, welches sich in meiner Kindheit und Jugend immer mal wieder raus getraut hat. Der kleine Rebell, der Veränderungen liebt, brachte mich im Laufe der Zeit wieder zurück ins Leben. Er fragte mich, soll das wirklich alles gewesen sein? Hey, du bist gerade 30, renn wieder los, das Leben wartet.

 

Hast du auch so einen Rebellen in dir?

 

Mein kleiner Rebell lässt mich Entscheidungen treffen, ohne lange darüber nachzudenken, lässt mich Ängste und Vorbehalte einfach über Bord werden und bringt mich ins TUN!!!

 

Das läuft nicht immer ohne Schäden ab. Das Ergebnis dieses TUNs kann ein geschmissenes Abitur sein, stattdessen einige Monate leben und arbeiten am Garda See, das war eine wunderschöne Zeit. Oder auch die Gründung eines tollen Unternehmens mit 30 Mitarbeitern, 10 Standorten, der Aufbau eines Franchise-Konzeptes und unglaublich viel Spaß, Aufregung, Arbeit und Erfolg, ohne die Frage „kann ich das wirklich?“.

 

Dieser kleine Rebell hat mich auch in meine nächste große Lebenskrise begleitet. Dieses großartige Unternehmen war 2012 am Ende, nur noch die Insolvenzanmeldung möglich. Es waren nur wenige Fehlentscheidungen nötig dafür.

 

Aus dieser Krise bin ich nur sehr langsam wieder aufgestanden, mein Rebell ist still und leise wieder im Inneren verschwunden und versteckte sich vor den Konsequenzen der vorschnellen und unüberlegten Entscheidungen, die das Ende ausgelöst hatten.

 

Die erste Zeit fühlte ich mich als Opfer der Umstände, es war ungerecht. Warum ich, warum meine Firma? Im Laufe der Zeit habe ich dann verstanden, nur wenn ich die Verantwortung für das was geschehen ist ohne Wenn und Aber übernehme, kann ich die Fehler reflektieren und Alternativen finden, damit ich sie nicht noch einmal mache, dann kann ich auch wieder nach vorne schauen.

 

Für mich war dieses Ende wieder ein neuer Anfang und brachte mich auf die Frage, „was ist der Sinn meines Lebens“, warum bin ich eigentlich hier, dieser Gedanke hat mich in dieser Zeit lange beschäftigt. Klar, um zwei großartigen Mädchen das Leben zu schenken, damit diese wiederum das Leben der Menschen in ihrer Umgebung ein kleines bisschen besser machen können. Und meine eigenen Eltern durch den Rest ihres Lebens zu begleiten und zu unterstützen.

 

Mein Grübeln brachte mich auf eine Spur, die mich bis heute nicht wieder losgelassen hat. Ich liebe das Leben so sehr, ich freue mich auf und über jeden Tag. Ich schaue optimistisch in die Zukunft, lächle und lache viel und versuche jeder meiner Handlungen etwas Positives zu geben. Alles mit Freude zu machen (ich gebe zu, es gibt auch Dinge, bei denen es mir nicht so leichtfällt, doch das sind nicht viele😊).

 

Ist das der Sinn meines Lebens? Soll ich den Menschen in meinem Umfeld zeigen, dass das Leben schön ist, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht?

 

Der eigene Job macht viel mehr Spaß, wenn du die richtige Einstellung dazu hast? Du kannst jeden Job zum Besten deines Lebens machen, wenn du versuchst diese Arbeit mit Freude und Engagement zu erledigen.

 

Ich habe als Putzfrau gearbeitet, Zimmermädchen, im Büro. 8 Stunden am Tag Stempel auf kleine Papierschilder gesetzt. Als Nageldesignerin die Kundinnen glücklich gemacht. Ein Unternehmen geleitet und Mitarbeiter geführt. Auf Messen verkauft, Stadtführungen angeboten und an der Rezeption in einem Hotel gearbeitet und vieles mehr….

 

Jede Aufgabe war einzigartig, nicht alle waren mein Traum. Doch jede einzelne Tätigkeit hatte wunderbare Momente, hat Spaß gemacht und mich weitergebracht und bei jeder dieser Tätigkeiten habe ich interessante und wunderbare Menschen kennengelernt.

 

Jeder neue Job, jede neue Aufgabe brachte eine Veränderung in mein Leben. Manche haben mir gut gefallen, manche weniger, das war dann der Fingerzeig wieder etwas Neues anzufangen.

 

Die beiden Krisen in meiner Lebensmitte waren für mich eine große Herausforderung, ich war beide Male nahe daran zu zerbrechen, doch egal was ich an materiellen Dingen verliere, das ist nicht so wichtig. Entscheidend sind die Menschen, die mich begleiten im Leben. Und die Erkenntnis das meine Einstellung die Grundlage ist für die Qualität meines Lebens.

 

Was habe ich gelernt aus der Midlife-Crisis?

 

Wenn man Menschen am Ende ihres Lebens nach den Entscheidungen befragt, die sie bereuen, sind es häufig nicht die getroffenen, sondern die nicht getroffenen Entscheidungen. Nicht die Dinge, die sie getan haben, sondern die, die sie nicht getan haben.

 

Daher vertraue ich immer häufiger dem kleinen Rebellen in mir und versuche es einfach. Ohne Angst vor dem was die anderen sagen, ohne Angst vor dem Risiko, ohne Angst vor einem Scheitern. Ein Leben nach dem Motto, „lieber den Spatzen in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, ist sicher, doch mein Lebensmotto, „Drachen steigen höher gegen den Wind“, ist viel aufregender und voller neuer Chancen.

 

Dieses Gefühl ist so groß, dass ich es nicht alleine erleben möchte.

 

Aus diesem Grunde habe ich mich aufgemacht auf die Suche nach Menschen, mit denen ich dieses Gefühl teilen kann und ich freue mich, gemeinsam mit diesen, andere auf ihrer Lebensreise zu unterstützen, Menschen die den Mut verloren haben, oder dieses freie Gefühl noch gar nicht kennengelernt haben.

 

Dabei ist für mich meine berufliche Selbständigkeit die Grundlage. Durch sie habe ich die Möglichkeit alles einzusetzen, was ich in meinem Leben gelernt habe, meine Erfahrung, mein Wissen, meine Fähigkeiten und meine Persönlichkeit.

 

Was denkst du? Hast du Lust? Machen wir gemeinsam die Welt ein bisschen besser, indem wir anderen zeigen, wie schön das Leben ist, wenn sie es nur zulassen?

 

Glückliche und zufriedene Menschen neiden den anderen keinen Erfolg, kein Glück, keine materiellen Werte, sie brauchen keine Macht über Andere, sie unterstützen die, die Unterstützung brauchen.

 

Dieser Text ist ein kleiner Einblick in meine eigene Gedankenwelt zum Thema „die Krise in der Lebensmitte“, meine Erfahrungen, mein Fazit und das, was ich daraus mache.

 

Ich freue mich sehr über dein Feedback, über motivierendes und natürlich auch über kritisches.

 

Und wenn du mich begleiten möchtest, melde dich einfach per E-Mail oder Whats App.