Ist das wirklich nötig?

„Von Versagern lernen“

 

 

Im Oktober habe ich als Speaker auf einer FuckUp Night gesprochen, um dort reden zu dürfen, muss man „gescheitert“ sein.

 

Gescheitert mit einem Unternehmen oder auch mit einem Projekt oder, oder, oder…

 

Es waren insgesamt 4 Speaker dort und haben ihre Geschichte erzählt, unter anderem durfte ich meine Story erzählen. Der Abend war für mich sehr inspirierend, aufregend, spannend und einfach toll!

 

 

Die Themen der Speaker waren sehr unterschiedlich, für jeden Redner war das emotional und für keinen von uns war es einfach, die eigene Geschichte vor 200 Menschen zu erzählen. Wir haben es trotzdem getan. Vermutlich hat jeder seine eigene Motivation dafür, meine war, ich wollte damit Mut machen, Mut machen für die Gründung, für das Leben eines Traums, trotz der Gefahr eines „FuckUps“.

 

 

Abschweifende Gedanken

 

 

Für mich ist es extrem wichtig, dass junge (oder auch ältere) Menschen den Mut und die Motivation haben, eigene Ideen entwickeln und ein Unternehmen gründen, wenn das der Traum ist.

 

Wenn ich die täglichen Nachrichten höre, Leuten auf der Straße oder im Bus zuhöre, wenn ich die Zeitung lese, vermittelt mir das ein bestimmtes Gefühl, alles ist schlecht und wird auch immer schlechter. Für mich ist es das aber nicht so, es gibt so viele Menschen, die sich Gedanken machen, nicht nur über sich selber, sondern auch über ihr Umfeld, über die Welt, die etwas schaffen wollen, die etwas bewegen wollen, die miteinander Dinge ändern und voranbringen wollen. Für einige ist der passende Weg dafür die Selbständigkeit.

 

Andere arbeiten und wirken als engagierte Mitarbeiter in Unternehmen und bringen dadurch etwas voran.

 

 

Wir haben das große Glück in einem Land zu leben, in dem wir unsere Meinung äußern können, ohne Angst zu haben. In dem wir das tun können, was wir wirklich tun wollen, ohne Angst zu haben. Es wäre schlimm für mich, wenn ich nicht mehr von einer Selbständigkeit träumen und meinen Traum umsetzen könnte, ohne Angst zu haben, Angst vor dem Scheitern.

 

Nicht vor dem Scheitern als solches, sondern vor der Reaktion meines Umfeldes, vor der Reaktion des Landes in dem ich so gerne lebe.

 

 

Zurück zum Thema FuckUp Night, wie komme ich eigentlich auf diesen Blogbeitrag?

 

 

Es gab im Nachgang einen wirklich ganz gut geschriebenen Artikel im „Weserkurier“, die Überschrift war: „Von Versagern lernen“. Ich verstehe nicht, warum ein guter Artikel eine so üble Überschrift braucht, um Menschen zum Lesen zu verleiten.

 

 

Warum sind Unternehmer, die Jahrelang viel gearbeitet haben, die Arbeitsplätze geschaffen haben, die Steuern bezahlt haben, die etwas verändert haben, VERSAGER?

 

 

Sind es Versager:

  • weil sie nicht im Strom der Masse mitgeschwommen sind?

 

  • weil sie nicht nur jammern, sondern etwas tun?

 

  • oder sind es Versager, weil sie ein relativ unüberschaubares Risiko eingegangen sind?

 

  • ist es nicht richtig, dass Unternehmer Geld verdienen und sich auch noch darüber freuen, nachdem sie in der Aufbauphase ihrer Firma häufig viele Jahre investiert haben, mit sehr wenig ausgekommen sind?

 

Ich weiß es nicht.

 

 

Fazit

 

 

Ich weiß nur, dass ich mich mit dem Wort „Versager“ nicht getroffen fühle, bin aber betroffen, wenn es einen Aufhänger wie dieses Wort braucht, um die Leser einer Tageszeitung für einen Artikel zu interessieren.

 

 

Und ich weiß, dass ich es immer wieder tun würde, ich habe gerade wieder gründet und es gibt mir die Freiheit, meine eigenen Entscheidungen zu treffen.

 

Ich fühle mich unendlich lebendig, von innen heraus motiviert. Es macht mir Spaß und Freude mit Menschen zu sprechen und zu arbeiten, die mich verstehen.

 

 

Und vielleicht kann ich im Kleinen, durch das was ich mache, die Welt ein kleines bisschen besser machen.